Die Wünschelwichte sagen: Wünschen bewirkt echte Wunder. Selbst wenn es welche wären – warum wünschen sich alle nur mickrige Tante-Emma-Wunder?

Rhonda Byrne bejubelt folgende Wunder …

»Hier sind zwei wahre Geschichten, die das mächtige Gesetz der Anziehung und die Unfehlbarkeit des Universums in Aktion deutlich demonstrieren.« (Rhonda Byrne: The Secret, 108f., Hervorhebung J&H)

Das Postwunder: Eine Dame namens Jeannie zog sich Rhondas 90-Minuten-DVD mindestens einmal täglich rein, um »ihre Botschaft bis in die innersten Zellen ihres Körpers aufzunehmen.« Sie war besonders beeindruckt von dem Philosophen John Proctor (einem der 24 »Co-Autoren« von The Secret) und wünschte sich, ihn kennenzulernen. Eines Tages brachte ihr der Postbote versehentlich Johns Post. (Jetzt bitte vorsichtshalber hinsetzen!) Jeannie stellte fest, dass John Proctor ganz in ihrer Nähe wohnte, ging zu ihm und lernte ihn kennen.

Das Disneywunder: Noch faszinierender ist die Geschichte des zehnjährigen Jungen Colin, der auch deine DVD The Secret gesehen hatte. Mit seinen Eltern fuhr er nach Disneyworld und stand dort – wie alle anderen – in langen Schlangen an. Das stank ihm, und so wünschte er sich abends im Bett, dass er morgen nicht mehr anstehen müsse. Am nächsten Tag besuchte die Familie den benachbarten Disney-Vergnügungspark Epcot-Center. Ein Angestellter kam auf sie zu, gab ihnen VIP-Status als »erste Epcot-Familie des Tages« und begleitete sie an allen Schlangen vorbei zu den begehrten Attraktionen.

Das Federwunder: Es ist die Geschichte eines jungen Mannes, der die DVD The Secret gesehen hat. Er wollte das Gesetz der Anziehung auf die Probe stellen und visualisierte mit der Kraft seiner Gedanken eine Feder mit sehr ausgefallenem Muster. Und nun halten Sie sich fest: »Zwei Tage später war er im Begriff, ein Hochhaus in der Innenstadt New Yorks zu betreten. Zufällig fiel sein Blick nach unten […]. Und da, am Eingang zu einem Hochhaus in New York, lag die Feder zu seinen Füßen.« Rhonda jubelt: »In diesem Augenblick wusste er ohne den geringsten Zweifel, dass hier das Gesetz der Anziehung in all seiner Herrlichkeit Wirkung gezeitigt hatte.« (The Secret, S. 83, Hervorhebung J&H)

In all seiner Herrlichkeit! Wir jubeln mit und drängen skeptische Einwände beiseite (könnte es sich bei der wundersamen Federfindung um eine Folge des berühmten Bestätigungsfehlers (confirmation bias) handeln?  Die in den Sozialwissenschaften gut untersuchte Neigung von uns Menschen, positive Bestätigungen für unsere vorgefasste Meinung zu suchen und zu erhalten und widersprechende Informationen zu ignorieren oder zu vergessen? Ach Quatsch! Wir stimmen zu: ein echtes Wunder – »in all seiner Herrlichkeit«!

 

Viel ist schon getan, mehr bleibt noch zu tun, sprach der Wasserhahn zu dem Wasserhuhn (Robert Gernhardt)